Lernen in unserer Einrichtung


1. Eigenständigkeit/ Selbstständigkeit

Ziel ist es, dass sich jedes Kind zu einem eigenständigen Individuum entwickelt.

Dafür geben wir den Kindern die Möglichkeit, durch das Freispiel oder angeleitete / begleitete Angebote wie z.B. ein Buch vorlesen, Regel-Spiele, Lieder singen, für sich zu entscheiden, was das Kind im Alltag entdecken / erfahren oder im besten Fall vertiefen / lernen möchte. Wir arbeiten ganz nach dem Motto:

 

„Hilf mir, es selbst zu tun. Zeig mir, wie es geht.

Tu es nicht für mich. Ich kann und will es alleine tun.

Hab Geduld, meine Wege zu begreifen.

Vielleicht brauche ich mehr Zeit, weil ich mehrere Versuche machen will.

Mute mir auch Fehler zu,

denn aus ihnen kann ich lernen.“

(Maria Montessori- Kinder lernen schöpferisch)

 

Dabei möchten wir die Kinder unterstützen, loben, sie trösten, sie lehren, in vielen Situationen Geduld zu üben. Ihnen Anerkennung geben, wenn sie etwas geschafft haben, aber ihnen auch kleine Aufgaben (je nach Altersstufe) übergeben. 

 

2. Soziale kulturelle und interkulturelle Kontakte

Durch unser Pflegenest, mit insgesamt neun Kindern aus evtl. verschiedenen Nationalitäten entdecken die Kinder, dass ihr Gegenüber wie sie ein Mensch ist, der ihnen zwar ähnelt aber dennoch anders ist. Durch das gemeinsame Miteinander erfahren die Kinder in kleiner Runde erste Spielansätze. Je vertrauter Kleinkinder miteinander werden, desto mehr lernen sie voneinander und treten in einen dauerhaften sozialen Austausch. Im besten Fall werden Freundschaften geschlossen und aufgebaut. Sie erlernen in der Gruppe, dass durch Toleranz und Akzeptanz aus einem „Ich“ ein „Wir“ werden kann. Hierbei ist ganz wichtig, dass die Kinder sich frei entfalten können und in ihrer Persönlichkeit die Möglichkeit haben, den Alltag mitbestimmen zu können.

In Spiel- und Konfliktsituationen bleiben wir vorerst im Hintergrund und nehmen die Rolle der Beobachterin ein. Erst wenn ein Kind uns signalisiert, dass es Hilfe, Anregungen oder Lösungsvorschläge benötigt, sind wir da. Sozial positives Verhalten wird von uns mit Lob und liebevollen Worten anerkannt. Ein negatives Verhalten wird bei uns nicht „bestraft“. Es werden erwünschte Verhaltensweisen als Alternative gezeigt und dem Kind erklärt, was dieses Verhalten bewirkt.


3.Somatische Bildung

(Soma= griechisch für Körper und Leib)  Das heißt jene Dinge, die zum Körper gehören. Unter somatischer Kultur wird die körperbezogene Gestaltung unseres Alltagslebens verstanden= Körperpflege, Hygiene, Körperhaltung, Bewegung, Kleidung, Ernährung, Sexualität und Gesundheit.

Gerade in den ersten Lebensjahren spielt die Körperpflege und Versorgung eine wichtige Rolle, da es einen großen Teil der Arbeit mit Kleinkindern beinhaltet.  Es ist wichtig, die Bedürfnisse der Kinder zu beobachten, um sie in der körperlichen und geistigen Entwicklung bestmöglich zu stärken bzw. zu fördern.


4 Die Bedeutung des Spiels / Freispiels

Jedes Kind wählt selbstständig aus, wo, mit wem, wann und wie lange es spielen möchte. Dies fördert die Selbstständigkeit, die Konzentration, die Orientierungsfähigkeit, die Entscheidungsfähigkeit, aber auch das Sozialverhalten. Lässt das Kind sich auf ein Spiel ein, muss es lernen, sich einzufügen, anzupassen, einzuordnen und sich abzusprechen (Erfolge und Misserfolge erfahren und verarbeiten). Die Kinder sollen ihre Entscheidungen (Nein zu Spielpartnern) mit Argumenten stützen können. Die Dauer des Spiels und dessen Inhalte richten sich nach den Bedürfnissen, Anregungen, dem Interesse und der Individualität des Kindes. Für uns ist es nicht wichtig, sichtbare oder messbare Ergebnisse aufzuweisen.  Vielmehr gilt: „Der Weg ist das Ziel“, d.h. das Erleben während der Aktivität, z.B. bei Gestaltungsangeboten, spielt eine übergeordnete Rolle.

Nicht jedes Kind nimmt an jedem Angebot teil. Hier darf jedes Kind für sich entscheiden. Zudem bieten wir Angebote für unterschiedliche Altersstufen mit unterschiedlichen Schweregraden an. Im Freispiel stehen den Kindern verschiedene Materialien zu Verfügung. Ggf. werden diese durch andere Materialien ausgetauscht.


5.Musikalische Förderung

Musische Erziehung ist einer der wichtigsten Erziehungsbereiche für Kinder und das schon vor der Geburt. Die Stimme und der Gesang der Mutter, gepaart mit entsprechenden Wiegebewegungen und Streicheleien, sind für die ersten Jahre der frühen Kindheit das beste Beruhigungsmittel. Das Kind erinnert sich an die vorgeburtliche Geborgenheit im Mutterleib, in dem es gewogen und von der Mutterstimme umhüllt wurde. Der Gesang der Mutter ist im wahrsten Sinne des Wortes als emotionales Klangbad zu betrachten. Musik, Spiel und Tanz sind für Kinder nicht nur unter entwicklungspsychologischen Aspekten wichtig, sondern besitzen als kultureller Baustein einen großem Stellenwert. Die Identifikation mit der eigenen Kultur und seinem typischen Kinderliedern ist für das Selbstbild und für die Integration von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Wer sich als Erwachsener nicht an das Spielen und Singen von „Dornröschen war ein schönes Kind“ oder „Fuchs du hast die Ganz gestohlen“ zurück erinnern kann, dem fehlt im übertragenen Sinne ein Stück erlebte Geborgenheit aus der Kindheit. Lieder und musikalische Spiele erzeugen ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und geben dem Erleben Farbe und Stimmung.

Aus diesem Grund wird die Musik im Alltag eine große Rolle spielen. Wir werden z.B. einen Morgenkreis durchführen, in diesen Turnstunden Gesang, Rhythmen und Tanz einbringen oder je nach Bedürfnis des Kindes agieren und spontan singen oder tanzen.


6 Kreative Kompetenzen

Jedes Kind verfügt von Geburt an über kreative Potenziale. Kinder sind neugierig, sie lieben jede Herausforderung und wollen die Welt entdecken. Sie stellen „Warum-Fragen“, die wir als Erwachsene mit bestem Gewissen beantworten sollten.

Kinder lernen vorwiegend selbstständig, d.h. in der Auseinandersetzung  mit ihrer realen Welt. Sie müssen Dinge anfassen, auseinandernehmen und sich langsam mit ihnen vertraut machen. Sie wollen erfahren, wie die Dinge funktionieren und wollen am liebsten keine vorwegnehmenden und kontrollierten Erwachsenen dabei haben. Deswegen werden wir den Kindern einen Rahmen schaffen, in dem sie ihre Kreativität entfalten / entwickeln können. Wir werden ihnen durch unsere anregenden Räumlichkeiten und Materialien die Möglichkeiten bieten, diese immer wieder zu bearbeiten, umzufunktionieren, sie zum Forschen anregen, ihren selbsttätiges Experimentieren, Nachdenken und Ausprobieren ermöglichen.  Z.B. können sie aus Kissen, Decken und Stoffbahnen Anregungen bekommen, Höhlen zu bauen.

Wir arbeiten nach dem Satz „Weniger ist mehr“. Deswegen gibt es bei uns gewähltes Spielzeug, das eher die Kreativität und Phantasie anregen soll. 


7 Bewegungserziehung (Motorik)

Die Motorik spielt eine zentrale Rolle in der Entwicklung der Kinder. Diese ist ein Reifungsprozess, der nach inneren Gesetzmäßigkeiten von Kind zu Kind unterschiedlich verläuft und nicht von außen beeinflusst werden kann. Motorische Leistungen sind aber weit mehr: Mimik, Blickverhalten, Gestik und Sprache. Zeichnen und Schreiben gehören ebenso dazu, mit deren Hilfe sich das Kind ausdrücken vermag. Immer wenn es in irgendeiner Weise auf seine Umwelt einwirken oder sich ausdrücken will, benötigt es dazu seine Motorik. Kinder wollen ihre Umwelt mit ihren Körper und allen Sinnen erfahren. Mehrmals am Tag brauchen sie die Möglichkeit, ihre Kräfte einzusetzen, ihre Geschicklichkeit zu erproben und sich körperlich zu verausgaben. Ausreichende Bewegungsmöglichkeiten sind daher für die gesunde Entwicklung von Kindern dringend notwendig. Diese ist die Voraussetzung für körperliches und seelisches Wohlbefinden. Aufgrund dessen haben die Kinder bei uns die Möglichkeit, sich stets frei zu bewegen und auf Entdeckungstour zu gehen, indem wir ihnen z.B. eine Bewegungsbaustelle / Landschaft anbieten. Ebenso werden wir einen Tag in der Woche einen „Turntag“ einrichten.

Auch gehen wir so oft es geht mit den Kindern nach draußen. Wir lassen uns selbst durch Schnee, Kälte oder leichten Regen nicht davon abhalten, den Kindern die Möglichkeit zu bieten, sich an der frischen Luft zu bewegen. Es gibt kein schlechtes Wetter- nur schlechte Kleidung :-) 

   

8 Sprachförderung

Die Sprache ist die wichtigste Mitteilungsmöglichkeit der Menschen. Schon von Geburt an erlernt das Baby, durch Mimik, Gestik und Körpersprache zu kommunizieren. Mit der Zeit entwickelt es eine Möglichkeit, nur mit wenigen Lauten den Bezugspersonen zu signalisieren was es möchte. Wenn es z.B. Hunger hat, sollte man nicht nach altertümlichem Erziehungsstil meinen, dass man ein Kind verwöhnen könnte, wenn man sofort auf die Signale- z.B. das Schreien hört. Denn gerade wenn man dem Baby das Gefühl des Verstehens signalisiert, fühlt es sich geborgen und verstanden.

Für uns als Tagespflegekräfte ist es wichtig, den Entwicklungsstand des Kindes zu beobachten ggf. zu dokumentieren, um den Sprachstand zu erkennen und zu unterstützen / fördern. Durch die Bereitschaft zuzuhören und dem Kind Zeit zu geben, Wörter zu finden, werden die Kinder angeregt, die Freude am Sprechen zu entdecken. Etwas durch Bilderbücher oder die Gegenstände des täglichen Lebens zu zeigen, bereitet den Kindern Freude und bedeutet für sie Wohlbefinden, Nähe und Zuwendung. Besonders geeignet sind auch Lieder und Reime, die sich durch ständiges Wiederholen, festigen und den Wortschatz des Kindes erweitern.  Damit dies alles gelingt, benötigt es wieder einmal eine gute Beziehung zwischen Tagespflegeperson und Tageskindern und eine gute Kommunikation zwischen Eltern und Tagespflegeperson.


9 Natur-und Umwelterfahrungen

Den Kindern sollen nicht nur Inhalte, sondern auch Wertvorstellungen nahegebracht werden. Dazu gehören die Achtung vor den Mitmenschen und anderen Lebewesen, sowie die Bewahrung der Schöpfung und der uns unmittelbar umgebenden Natur. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, Umwelt und Natur erfahrbar werden zu lassen.

Zum Beispiel:

  • Spaziergänge
  • Blumenpflege
  • Erfahrungen mit Erde, Wasser und Sand (matschen)
  • Müll sortieren und entsorgen

Hinzu kommt, dass gerade Kinder im Kleinkindsalter sehr viele Fragen haben, (z.B.; Warum regnet es jetzt? Wieso fallen die Blätter von den Bäumen? Warum muss man den Müll trennen? ) die sie gerne bestmöglich beantwortet haben möchten. Für uns Tagespflegekräfte heißt es, sich hierbei Zeit für das Kind zu nehmen und ihnen eine kindgerechte Antwort zu geben.

 

10 Christlicher Ansatz   

Aufgrund unserer persönlichen Haltung, geprägt durch Normen und Werte der eigenen Erziehung, ist es uns wichtig, Kindern den christlichen Ansatz, sowie die Religionen anderer Weltanschauung im Alltag zu vermitteln. D.h. wir werden anstehende Feierlichkeiten & Bräuche bearbeiten z.B. durch eine Bilderbuchbetrachtung, bildliche Darstellungen, kreatives Arbeiten, Back-und Kochaktionen. Die Eltern werden durch Aushänge, gemeinsame Aktionen z.B. Adventscafé informiert. Ebenso werden wir gemeinsam mit Eltern anderer Religionen kooperieren und uns über ihre Bräuche informieren lassen, um diese gemeinsam mit den Kindern besprechen zu können. Z.B. muslim- Zuckerfest.


11. Beobachten& Dokumentieren

Wir beobachten und dokumentieren in unserer Großtagespflege die kindlichen Lern- und Entwicklungsprozesse. Die soziale, emotionale, körperliche und geistige Entwicklung steht uns dabei im Vordergrund. Dies dient uns als Grundlage unserer pädagogischen Arbeit. Nur so ist es möglich, Defizite, Ressourcen, Interessen, Bedürfnisse und Kompetenzen der einzelnen Kinder zu erkennen und entsprechend drauf eingehen zu können. Die Kinder fühlen sich ernst genommen und Wert geschätzt. Außerdem sensibilisiert es die Wahrnehmung für die Entwicklungsschritte und macht die pädagogische Arbeit sichtbar. Gerne möchten wir auch Sie an unserer Beobachtung teilhaben lassen. Ein regelmäßiger Austausch mit Ihnen dient einer beidseitigen Vertrauensbasis. Als Methode der Dokumentation unserer Beobachtung nutzen wir das „Portfolio“.

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